Wracksuche auf 

  ~~~~~~~~~~ Hawaii ~~~~~~~~~~~~

Das Trümmerteil eines Jetvorflügels fand ich im April 2000 auf  der Hawaiiinsel Oahu. Zusammen mit meinem Freund Don erkundeten wir die Gegend um „Barbers Point“, einer ehemaligen MCAS die heute der US Coast Guard dient.  

 

(Marine Corps Air Station)

 

Neben anderen Trümmerteilen haben wir dieses Teil im August 2000 geborgen und sicher gestellt. Nach erteilter Ausfuhrgenehmigung habe ich das Trümmerteil an Bord einer AA DC-10 / B777 im Jahr 2001 nach Deutschland abtransportiert.  

 

Edwin David Hughes

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Phillip Samuel Skaff

Bei dem Wrackteil handelt es sich um Überreste dieser McDonnell Douglas Phantom II, des Typs

    F-4J / siehe Foto

Konstruktionsnummer:

Funkrufname:

Einheitskennzeichen:

Kennzeichen / Seriennummer:

c/n153830  

WD-38

VMFA-212

No. 12  / 3830

Rechts die Unglücksmaschine (12)

MCAS in Kaneohe Bay Hawaii, war 1970 Stützpunkt des

USMC / United States Marine Corps

Nach gründlichen Recherchen vor Ort in Hawaii und nach Zahlreichen Anschreiben Behördlicher Stellen in den USA ergab sich folgendes Bild der Ereignisse am 17. Dezember 1971 auf dem Stützpunkt Barbers Point.

Nach einem Trainingsflug im Dezember 1971 verunglückte diese Phantom F-4J des USMC mit der Nummer 12 beim Landeversuch auf dem Stützpunkt „Barbers Point".  Die Crew,

Pilot: Ltn. Edwin David Hughes, 25 J. und WSO:  Ltn. Phillip Samuel Skaff, 28 J.  

kamen bei diesem Flugunfall auf tragische Weise ums Leben. Die Maschine kam aus Kaneohe Bay, dieser NAVY Stützpunkt liegt an der Ostküste von Oahu. Auf Grund der extremen Wetterlage brachen die Piloten ihren Versuch auf Khebay zu landen ab und wichen an die Südküste aus, dort endete ihr Flug in der Katastrophe.

Links die Unglücksmaschine (12)

 

Crash Dec. 17. 1971

"We are Marines . . ."

09:28 Uhr

Zusammen mit anderen Maschinen des Typs Phantom F-4J der VMFA-212 "Lancers" befindet sich die Nummer 12 mit Funkrufname 3830 im östlichen Luftraum von Kaneohe Bay.

Die Wetterverhältnisse sind zu diesem Zeitpunkt schlecht, Regen und zunehmend böiger Wind überziehen Oahu, als 3830 zur Landung auf RWY 04 ansetzt. Es ist bereits der zweite Landeversuch, nachdem der erste Versuch durchstartend abgebrochen wurde. In Absprache mit Honolulu Control wurden die Wetterverhältnisse in Barbers Point geklärt und eine Ausweichlandung dorthin veranlasst, nach dem auch ein zweites mal durchgestartet werden musste. Die Bahn in Kaneohe Bay ist die bis heute kürzeste *Militärlandebahn im amerikanischen Machtbereich und war für Jets auch damals schon sehr kurz. Bei sehr geringer Bodensicht wurde 3830 Radargeführt von der Ostküste an die Südküste Oahus an die aktive RWY11 geleitet.

*Kaneohe Runway 7771 × 200 ft (2369m × 61 m) kürzeste Bahn aller US Luftstützpunkte.

 

09:44 Uhr

Zu dieser Zeit war 3830 vom Tower in Barbers Point 9 Mailen westlich vom Flugfeld gesichtet worden. Die Phantompiloten gaben ihre Restmenge an Kerosin durch, die jetzt rasch zur Neige ging, das Gesamtgewicht lag bei etwa 17 *Tonnen. Der Wind kam aus 160 Grad und lag bei 18 Knoten. Die Bahn war Regennass, was den zu erwartenden Bremsweg erheblich verlängerte. Deshalb schickte der Tower drei Löschfahrzeuge und einen Wassertanker der Flughafenfeuerwehr zur Sicherheit an die RWY 11, die zeitgleich mit der F4 eintrafen.

 * 37 000 Pfund

 

09:46 Uhr

400 Meter hinter der Landebahnschwelle setzte die Maschine hart auf, aber einsetzendes Aquaplaning verringerte die notwendige Bremswirkung des Fahrwerks, trotz ausgeworfenen Bremsschirm. Weit verhängnisvoller wirkte sich das platzen des linken Reifens aus, in dieser Situation drohte Pilot Hughes der Kontrollverlust über den noch viel zu schnellen Jet. 

Jetzt ging alles sehr schnell, Augenzeugen sahen wie plötzlich die Nachbrenner zündeten und die F-4J statt zu bremsen an Geschwindigkeit wieder zunahm. Dabei kam sie jedoch links von der Landebahn ab. Der Bremsschirm, der voll entfaltet am Heck der Maschine hing, wurde jedoch nicht abgeworfen. Dies verhinderte den Versuch des Piloten wieder in Luft zu kommen, als sie einen parallel zur RWY verlaufenden Taxiway nach ca. 1300 Metern überrollten.

 

  < Karte vergrößerbar

 

Der Pilot wollte mit dieser Aktion offenbar wieder durchstarten. Hätte er den voll entfalteten Schirm abgeworfen, hätte das auch klappen können, obwohl es F4 Starts mit ausgeworfenen Bremsschirm nachweislich gegeben hatte, waren hier die Bedingungen dafür viel zu schlecht. Die nötige Abhebgeschwindigkeit konnte nicht mehr erreicht werden, da die Maschine inzwischen über unbefestigter Grasnabe auf eine Baumreihe zu rollte. Unmittelbar vor den Bäumen betätigte der WSO seinen Schleudersitz und schoss sich nach dem Absprengen der Cockpithaube aus der hinteren Kabine. Der vordere Pilot blieb in seinem Sitz bis zum Schluss sitzen.

 

09:47 Uhr

Wird die Coast Guard alarmiert einen Rettungshubschrauber zur Unfallstelle zu schicken.

09:51 Uhr

 Hebt ein HH-52A am südlichen Platzrand ab.

09:53 Uhr

 Dreht der SAR Hubschrauber zwei Kreise über dem Unfallort. Zuvor waren auch schon die bodengebundene Rettungsfahrzeuge eingetroffen, denen sich ein schreckliches Bild darbot. 

 

  Die Phantom raste noch etwa 40 Meter in einen kleinen Wald. Das Flugzeug war in mehrere Teile zerbrochen aber brannte nicht. Um aber eine Explosion oder ein Feuer zu verhindern, kühlten die Rettungskräfte die noch heißen Triebwerke mit Wasser. Man fand Pilot D. Huges Oberkörper ca. 10 Meter neben dem zertrümmerten Cockpit auf dem Erdboden liegen, sein Unterkörper befand sich noch auf dem Schleudersitz im Cockpit. Die Hubschrauberbesatzung sah in etwa 300 Meter vom Wrack entfernt den leblosen Körper des WSO in einem Baum hängen.

 

Der Copilot, der sich viel zu spät raus schoss, raste mit seinem Martin Baker Schleudersitz durch die Bäume, wobei er sich ein Bein abriss. Nach dem er sich vom Mk7 löste, verfing er sich in 20 Metern Höhe in einem Baum, wobei der Copilot von Ästen aufgespießt wurde. Alles ging so schnell, das P.S. Skaff davon nichts mehr mitbekommen haben dürfte. Sein Rettungsschlauchboot hing ebenfalls zerfetzt in der Baumkrone, der Fallschirm blieb ungeöffnet.

 

Jeweils rechts die Unglücksmaschine (3830)

 

 

Links die Unglücksmaschine 12 der „Lancers“ über Kaneohe MCAS 1970.

Ltn. Phillip Samuel Skaff *

   

* Post aus Mexiko, Juni 2009

Im Juni 2009 bekam ich Post von Carol Skaff aus Mittelamerika. 

Die Schwester von Leutnant Skaff meldete sich bei mir, weil sie diesen Internetbeitrag im Netz gefunden hatte. Sie sandte mir das oben abgebildete Foto ihres Bruders Philip Samuel Skaff "Sammy". Das Foto ist aus dem Jahr 1969 und wurde auf dem U.S. Navy Stützpunkt in Meridian, Mississippi gemacht. Sie schrieb, dass die Einheit ihres Bruders sich damals auf eine Verlegung nach Japan vorbereitete um in den Vietnamkrieg einzugreifen. Die Lancers VMFA-212 bereiteten sich auf Missionen über Nord und Südvietnam vor. Das Bombardieren von Bodenstellungen war strategischer Bestandteil dieses Krieges und auch darauf trainierten die Lancers 1971 in Hawaii. Nach Sammys Tod wurde die Familie vom Militär darüber informiert, dass sich Sammy freiwillig gemeldet hatte mit Pilot Edwin D. Huges zu fliegen. Dieser brauchte noch weitere Trainingsflüge, um auf eine Mindestanzahl von Stunden auf der F-4J zu kommen und hatte dafür noch keinen WSO. 

Sammy aus Texas war nicht verheiratet aber Edwin hatte Frau und Kinder, er kam aus Colorado. Sammy liebte die schnelle Fliegerei bei der Navy, hatte aber auch Bedenken über die bevorstehenden Bombeneinsätze über Vietnam. Das quälte ihn, wie er seiner Schwester anvertraute, denn er liebte das Leben.

Carol Skaff vermisst ihren Bruder und bedankt sich für diesen Artikel, der Edwin und Sammy ehrt.

 

 Heute ist an der "Absturzstelle" auf dem ersten Blick nicht mehr viel zu sehen. Sieht man jedoch genauer hin, eröffnet sich einem ein großes Trümmerfeld. Unzählige Kleinteile der Phantom liegen hier weit verstreut. Die großen Rumpffragmente wurden schon vor Jahren entfernt. Das hier auf dem Foto zu sehende Tragflächenteil befindet sich noch immer in Hawaii. Es fand einen würdigen Platz in einem Privatmuseum, das von Brad Hayes betrieben wird. 

   Fortsetzung folgt . . .

Die Farbgebung ist nach 30 Jahren Verwitterung  noch deutlich zu erkennen.

FS36440 Oberseite - Navygrau

FS 17875 Unterseite- Navyweiß

FS11136 Innenseite -Signalrot