| Flug
DI7033 von Berlin nach München ist startklar. Die Maschine wurde
durchgecheckt, ist aufgetankt, die Passagiere sind |
| an
Bord,
das Gepäck ist verstaut. Trotzdem steht die Boeing-737 31S noch am
Gate. Flugkapitän Christian Sturm |
| entschuldigt
sich bei seinen Passagieren: "Wegen des dichten Flugverkehrs
haben wir eine neue Startzeit, einen neuen |
| Slot
bekommen. Unser Abflug wird sich um einige Minuten verzögern". |
| Kurz
darauf hat sich die Situation offenbar gebessert. Die Starterlaubnis
liegt vor, ein Pushback-Truck drückt die |
| Maschine
aus ihrer Parkposition. Christian Sturm startet die
Triebwerke. |
| Das
Flugzeug rollt den langen Weg zur Startbahn in einer Reihe mit
anderen Flugzeugen verschiedener Airlines. |
| Soweit
ist das alles nichts Ungewöhnliches, nur die Perspektive ist
diesmal anders, denn mein Blick geht diesmal nicht |
| wie
meistens üblich , über die Tragfläche auf den Airport,
sondern zwischen Instrumenten und Schaltern hindurch auf |
| das
Rollfeld. Dieser Blick eröffnet sich, wenn man auf dem Jumpseat
sitzt. |
| So
heißt der kleine Platz, der sich im Cockpitzugang ausklappen lässt
und auf der man hinter dem Flugkapitän und |
| dem
ersten Offizier Platz nehmen kann. Wenn man die Erlaubnis des
Kapitäns hat vorausgesetzt. |
| (Dies
war vor dem dem 11. September 2001 durchaus möglich) |
| Christian
Sturm bekommt nun auch vom Tower die Erlaubnis zum Start. |
| Er
ist auf diesem Flug der "Pilot Flying", das heißt er
steuert die Maschine. Langsam drückt er den Schubregler |
| nach
vorn, die Triebwerke heulen auf und die Boeing beschleunigt. |
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| Flugkapitän
der Deutschen BA |
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| Die
Startbahnmarkierungen fliegen auf das Cockpit zu, |
| scheinen
von der Maschine aufgesaugt zu werden, immer schneller, bis sie zu
einem einzigen Streifen zerfließt. |
| Der
Kapitän zieht den Steuerhebel zu sich heran, die Rollbahn verschwindet
aus dem Blickfeld und die Maschine hebt ab. |
| Der
erste Offizier Sebastian Brüstle assistiert dem Kapitän als
"Pilot Non Flying", hält den Funkkontakt und gibt |
| wichtige
Informationen weiter. Kurz nach dem Start schaltet Christian den
Autopiloten ein, doch arbeitslos macht ihn |
| die
automatische Steuerung nicht. Die Kontrolle der Instrumente und
Anzeigen im Cockpit nimmt er dem Menschen |
| ebenso
wenig ab wie das Einstellen der Flughöhe oder von Kursänderungen. |
| Und
auf kleine Unannehmlichkeiten während des Steigfluges reagiert der
Computer erst recht nicht. |
| Das
Zittern der Maschine aufgrund von Turbolenzen minimiert der
erfahrene Pilot per Hand, er reduziert die |
| Geschwindigkeit,
bis die Bedingungen besser sind. Die Maschine steigt auf 29000 Fuß
Reiseflughöhe. |
| Der
"Pilot Non Flying" gibt inzwischen per Funk an die Station
in München das zu erwartende Gewicht und den |
| Kerosinbedarf
für den Rückflug durch, auf dem er als "Pilot Flying"
das Steuer übernehmen wird. |
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| Copilot
Sebastian Brüstle
aus Freiburg |
| im
Breisgau |
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Von der
Boeing 737 auf den Jumbo Jet |
| Beitrag
ist nicht mehr Online |
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| Die
allgemeine Überzeugung, der Autopilot nehme dem Piloten gesamte
Arbeit ab, ist falsch, wie Christian mir sagt. |
| Denn,
"Starten kann der Autopilot nicht. Wir können ihn erst
einschalten, wenn Fahrwerk und Klappen voll |
| eingefahren
sind". Auch bei der Landung ist die Automatik nicht immer
hilfreich. |
| "Sie
ist sehr windempfindlich", erklärt mir der Kapitän. Auch im
eingeschalteten Modus muss der "Autokollege" |
| ständig
kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden. Für die
anstehende Landung in München entscheiden sich |
| beide
Piloten für eine manuelle Landung, das heißt ohne Automatik. Ein
"wenig" technische Unterstützung |
| bekommt
Christian Sturm trotzdem. Ein Funkleitstrahl bringt das Flugzeug
exakt auf Landebahnkurs. |
| Sebastian
fährt die Landeklappen und das Fahrwerk aus. |
| Die
Atmosphäre ist hoch konzentriert. "One thousand Feet",
informiert die Computerstimme aus dem Cockpit |
| Lautsprecher.
Die Maschine muss metergenau und gerade zur Landebahn ausgerichtet
sein, darf aber im |
| Landeanflug
nicht zu langsam werden. "One hundred", wieder korrigiert
Christian mit exakten Steuerbewegungen |
| den
Kurs und die Lage der Boeing. "Fifty, twenty, ten . . . "
Das Hauptfahrwerk setzt auf, dann die Schubumkehr, |
| man
spürt kurz die Kraft der Bremsen und dann rollt die Maschine ruhig
die Landebahn herunter. |
| Der
MUC Tower gibt die Position des Gates durch, zu dem das Flugzeug
gesteuert werden soll. |
| Die
Crew bringt die Maschine nur wenige Minuten später zum stehen und
die Triebwerke werden abgestellt. |
| Sie
sind am Ziel, doch der Arbeitstag ist noch nicht beendet. |